Marquesswelt.de sprach mit Marco Heggen
Zwar lag das letzte Interview mit Marco Heggen für die Marquesswelt.de zwölf Monate zurück, aber seit dem Interview 2008 ist bei Marquess bereits einiges passiert. Nicht zuletzt wurde ein neues Album veröffentlicht. Ein sehr willkommener Anlass, Marco einmal auf den Zahn zu fühlen.
"... jedes Mal ist es eine Herausforderung auf die Bühne zu gehen..."
MARQUESSWELT.DE: Gibt es etwas in ihrer Karriere, auf das Sie besonders stolz sind? Und was würden Sie aus heutiger Sicht vielleicht anders zu machen?
MARCO HEGGEN: Ich bin froh,dass sich alles so gut entwickelt hat. Trotzdem würde ich sicherlich viele Dinge anders machen,aber ich schaue nach vorne und nicht nach hinten.
MARQUESSWELT.DE: Ihr werdet oft mit Gipsy Kings verglichen. Seht ihr euch selbst da oder ist das für euch ein Problem?
MARCO HEGGEN: Die Gipsy Kings sind eine Legende, da ist es eher eine Ehre als ein Problem, wenn da Vergleiche gezogen würden. Zumindest kamen die Gipsy..s auch nicht aus einem Spanisch sprechenden Land, das haben wir in jedem Fall gemeinsam.
MARQUESSWELT.DE: Was war die wichtigste Erfahrung in diesen vier Jahren als Marquessianer?
MARCO HEGGEN: Zu lernen, 24 Stunden lang in einem Team zu arbeiten.
MARQUESSWELT.DE: Verfolgen Sie die Presseberichte oder sagen Sie: „ Nein, das will ich gar nicht erst lesen“?
MARCO HEGGEN: Mittlerweile kaum noch. Es ist auch nicht sonderlich spannend,etwas über sich selbst zu lesen. Und im Internet steht teilweise soviel Käse über uns, dass es sinnlos ist, sich damit dauernd auseinander zu setzen.
MARQUESSWELT.DE: Spielt ihr lieber auf Festivals oder in kleinen Clubs?
MARCO HEGGEN: Beides hat seinen Reiz. Die Stimmung in einem Club ist noch aufgeladener und näher an der Bühne, andererseits sind grosse Festivals dafür sehr spektakulär.
MARQUESSWELT.DE: Was schätzt ihr am Live-Spielen?
MARCO HEGGEN: Live zu spielen ist immer das Schönste, weil die Reaktionen der Leute direkt sind und spontan.Außerdem muss man nicht nur durch seine Musik, sondern auch durch die Ausstrahlung überzeugen. Jedes Mal ist es eine Herausforderung auf die Bühne zu gehen.
MARQUESSWELT.DE: Was hat sich für euch als Band durch die große Öffentlichkeit verändert?
MARCO HEGGEN: Naja, man wird schon recht häufig angesprochen oder Leute drehen sich hier und da um, wenn man morgens zum Kiosk geht. Ansonsten eigentlich nicht viel, - ich trinke immer noch morgens Kaffee und habe immer noch keine elektrische Zahnbürste.
MARQUESSWELT.DE: Gibt es eigentlich diese Momente, in denen man einen neuen Song probt, und sich denkt: „Das wird definitiv ein Hit!“?
MARCO HEGGEN: Dieses ..Hitgefühl.. hat man ab und zu, leider sehr und zu selten - dann entsteht aber meistens auch irgend etwas mit dem Song.
MARQUESSWELT.DE: Hat man als Haupt-Act nicht immer ein wenig die Angst, dass das Publikum absolut negativ reagiert?
MARCO HEGGEN: Angst ist schlecht. Nein, ich habe genug Vertrauen in uns und unsere Songs, dass wir vor jedem Publikum bestehen können.
MARQUESSWELT.DE: Ihr habt in Interviews erzählt, dass Ihr schon mehrfach Angebote aus dem Ausland von Tonträgerfirmen bekommen habt um zu VÖ.
MARCO HEGGEN: Wir sind ja in 13 Ländern veröffentlicht worden. Ob da noch etwas hinzu kommt, weiss ich momentan nicht.
MARQUESSWELT.DE: Können Sie sich noch an euren allerersten Auftritt erinnern?
MARCO HEGGEN: Mit Marquess war der erste Auftritt beim New Pop Festival des SWR 3. Zusammen mit Lionel Richie und diversen anderen Stars. Das war schon ein großartiger Start. Wir haben vier Songs gespielt vor 4000 Zuschauern. Mit meiner ersten Band war der erste Auftritt im Casablanca, einer Kneipe in Bad Iburg. Vor 25 zahlenden Gästen und ein paar Freunden und Bekannten.
MARQUESSWELT.DE: Hat man nach Jahren erfolgreicher Musikerkarriere eigentlich noch Träume und welche?
MARCO HEGGEN: Jede Menge. Aber die werde ich für mich behalten.
MARQUESSWELT.DE: In welche Städte dieser Welt würden Sie am liebsten wieder mal hinfahren?
MARCO HEGGEN: Buenos Aires, Valencia
MARQUESSWELT.DE: Warum hatten Sie nicht mehr unter dem alten Namen Heggen Band weiter Musik gemacht oder war die Lust nicht mehr da, Musik zu machen?
MARCO HEGGEN: Meine erste Band war wichtig, um Erfahrungen zu sammeln, aber ich war noch nicht so weit, um den Weg weiterführen zu können. Deshalb wollte ich erstmal andere Dinge machen und mich nebenbei an den Instrumenten weiter bilden. Die Pause ist dann etwas länger geworden....
MARQUESSWELT.DE: Inwiefern gibt es für euch auch einen normalen Alltag, abseits der Bühnen und Fernsehauftritte?
MARCO HEGGEN: Wenn wir frei haben, lebt jeder sein normales Leben. Rechnungen bezahlen, Freunde treffen, Wäsche waschen, Emails beantworten.
MARQUESSWELT.DE: Wie viel Freizeit bleibt euch heute als Berufsmusiker?
MARCO HEGGEN: In den letzten 3,5 Jahren gab es wenig Freiräume, aber die nehmen wir uns jetzt. Da kein neues Album ansteht, wird 2010 wesentlich ruhiger werden.
MARQUESSWELT.DE: Welche Schattenseiten hat das Leben in der Öffentlichkeit?
MARCO HEGGEN: Naja, es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn man von vielen Handy-Kameras gefilmt wird, während man irgendwo nach dem Konzert steht oder sich auf die Show vorbereiten will. Zumal die Leute dann so was noch gerne ins Internet stellen. Da fühlt man sich sicherlich manchmal wie im Zoo. Das ist eben die Zeit, damit muss man einfach leben, wenn man sich mit etwas präsentiert.
MARQUESSWELT.DE: Gab es auch Veröffentlichungen unter diversen Pseudonymen?
MARCO HEGGEN: Ja. (Anmerkung der Marquesswelt.de „Caracas Club Trio“, Tracklisting liegt vor)
Vielen Dank für das Interview und die geopferte Zeit! Viel Erfolg weiterhin mit Deinen Projekten!
Das Interview führte Patricia Goerke mit Marco Heggen. Änderungen oder eine weitere Vervielfältigung der Inhalte sind nicht gestattet. Die Inhalte dürfen nicht in irgendeiner Form kopiert oder verwertet werden.
